„MASKENPFLICHT“ AUCH FÜR UNS AUTOREN*INNEN – EINDRÜCKE UND ERLEBNISSE IN ZEITEN VON CORONA (III)

Und weil es so schön war, folgt nun ein dritter Teil unserer Autoren*innen mit Maske bzw. Mund-Behelfsmaske und ihren Eindrücken. Das war in der Kontaktbeschränkungsverordnung eine weitere Idee von uns, gemeinsam etwas auf unserer Seite des Literaturzirkels Peine zu bringen. Wir hoffen euch gefallen die Aktionen, die wir uns als Abwechslung überlegt haben.


Hallo ihr Lieben, auch Flynn (Teddy) und ich tragen eine Maske, denn es war noch nie so einfach Leben zu retten. Wir schützen uns und schützen unsere Mitmenschen. Da ist das Tragen einer Maske doch eine Selbstverständlichkeit. Flynn sollte sie vielleicht auch im Haus tragen. Er futtert aktuell ganz schön viel und sein Bäuchlein wird immer dicker. Bleibt alle schön gesund und zeigt uns doch mal eure Masken. Mirjam Jasmin Strube + Flynn


Es herrscht gerade eine komische Zeit: Maskenpflicht in Deutschland wegen der Corona-Krise – sogar in Banken darf man derzeit maskiert herumlaufen. Noch zu Jahresanfang hätte das Tragen einer Maske in diesen Räumlichkeiten einen größeren Polizeieinsatz ausgelöst. Heute dagegen sind Masken normal. In Geschäften, Bussen und Bahnen oder ähnlichen Orten erscheint mir das wegen der manchmal unmöglichen Einhaltung des Abstandsgebotes sinnvoll. Auch die vielen bunten Masken aus Eigenproduktion sehen oftmals sehr nett aus. Allerdings verstehe ich eine Sache nicht: Professionell hergestellte Einmalmasken sollen nach zwei Stunden Tragezeit durchfeuchtet und damit wirkungslos sein. Sie müssen dann entsorgt werden. Teurere Masken muss man nach maximal acht Stunden Tragezeit für dreißig Minuten bei siebzig Grad in den Backofen legen, damit sie wieder einsatzbereit sind. Allerdings kann man diese Prozedur nur dreimal wiederholen, dann ist auch eine solche Maske verbraucht. Warum dagegen selbst gemachte Masken unendlich oft aufbereitet werden können und damit eine unbegrenzte Haltbarkeit haben sollen, ist mir ein Rätsel. Gerhard A. Spiller


Meine Zeit mit dem Corona – Miststück. Der entsetzliche Todesfall gleich am Anfang dieser Zeit im Zeichen der Corona-Epidemie bestimmte und bestimmt auch noch immer das Leben unserer ganzen Familie.Wir wurden mit der ganzen Wucht der ersten Abstandsregelung getroffen. Kein Händeschütteln, keine Umarmungen mehr. Eine Beerdigung außerhalb jeglicher Möglichkeit des Tröstens. Es ist bizarr, surreal. Reglose dunkle Gestalten im zwei Meter Abstand von einander im eisigen Wind vor der Friedhofskapelle. Die Kapelle ist geschlossen – auch für die nähesten Angehörigen. Die gesamte Trauerfeier findet vor der Kapelle statt. Nur der kleine Sarg steht im Schutz des Eingangsportals. Das Bedürfnis zu trösten, zu berühren ist allgegenwärtig zu spüren, wird nur mühsam unterdrückt. Es ist brutal. Notwendig aber brutal. Die Musik erklingt aus dem Lautsprecher. Gesangbücher oder Liedzettel sind verboten. Obwohl – niemandem ist nach singen zumute. Aber die Trauergemeinde ist da, trägt aus der Entfernung das Leid mit. Eine Trauerfeier im Zeichen der Coronakrise. Dieses Bild verfolgt mich. Es ist gegenwärtig. Mal weit zurückgedrängt wenn das normale Leben sich in den Vordergrund drängt. Dann wieder schlägt es mit voller Wucht zu, zwingt in die Knie, lässt die Tränen fließen. Ich lasse sie zu. Sie sind mein Ventil, das ich weit öffne, um nicht an der angestauter Traurigkeit zu ersticken.Die Coronazeit schenkt uns darüberhinaus Zeit und Ruhe, die wir ansonsten nicht bekämen, uns nicht nähmen. Kein Termindruck mehr – Entschleunigung ist mit jedem Atemzug zu spüren. Es ist vielleicht die Möglichkeit zu überdenken, was wirklich zählt in dieser Zeit. Zeit die ganzen Termine, die unser Leben zugepflastert haben in Frage zu stellen. Freunde, die uns auch noch nach Wochen einen Blumenstrauß in die Haustür stellen – einfach nur so, als Zeichen, dass an uns gedacht wird. Die Sonne, die ihre Strahlen direkt in die wunde Seele schickt, der warme Wind, der die Tränen auf den Wangen trocknet und die ungewohnte Stille eines Sonntagnachmittags – im Zeichen des Virus. Der Duft der Blumen im Garten – Bilder des „Trotzdem“ und des Trostes. Die Pflanzen scheren sich nicht um die Problematik der Welt. Sie sind kleine Hoffnungsbotenin der Zeit des Corona –Miststücks. Heike Rissel


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